Paracetamol in der Schwangerschaft: Was Schwangere wissen sollten

US-Präsident Donald Trump hat öffentlich vor der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft gewarnt und behauptet, es bestehe ein Autismus-Risiko. Der Berufsverband der Frauenärzte stellt klar: Diese Behauptung ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Die wichtigste Regel: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt

Auch wenn Paracetamol rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist – nehmen Sie als Schwangere grundsätzlich keine Medikamente ohne Rücksprache mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt ein. Was normalerweise als sicher gilt, kann in der Schwangerschaft anders wirken. Die richtige Dosierung und das passende Schmerzmittel hängen zum Beispiel davon ab, in welchem Schwangerschaftsmonat Sie sich befinden.

Was Experten sagen: Paracetamol bleibt Mittel der Wahl

Das Pharmakovigilanzzentrum Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) – eine führende Informationsquelle für Ärztinnen und Ärzte – bewertet Paracetamol weiterhin als das bevorzugte Schmerz- und Fiebermittel in der Schwangerschaft, wenn es medizinisch notwendig ist.

Die Fakten: Kein Beleg für einen Zusammenhang mit Autismus

Der von Trump behauptete Zusammenhang zwischen Paracetamol und Autismus ist wissenschaftlich nicht belegt. Zwar gibt es einzelne Studien, die auf mögliche Zusammenhänge mit Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensauffälligkeiten hindeuten. Diese Studien haben jedoch erhebliche wissenschaftliche Mängel:

  • Wichtige Einflussfaktoren wie genetische Veranlagung, familiäre Umstände oder Vorerkrankungen der Mutter wurden nicht ausreichend berücksichtigt
  • Die Studien unterscheiden sich stark in Methodik, Dosierung und Einnahmedauer
  • Ein biologischer Wirkungsmechanismus, der einen solchen Zusammenhang erklären könnte, wurde nicht nachgewiesen
  • In der Fachwelt werden diese Studien kontrovers diskutiert und nicht als Beweis anerkannt

Klare Position der Behörden

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sieht aufgrund der aktuellen Studienlage keinen Grund, die Empfehlung für Paracetamol zu ändern. Die wissenschaftliche Datenlage rechtfertigt keine Warnung vor dem Medikament.

Unser Rat für Sie

Lassen Sie sich nicht durch unbelegte Behauptungen verunsichern. Wir als Frauenärzte haben sowohl Ihre Gesundheit als auch die Ihres Kindes im Blick. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Ihre Schmerzen – eine, die Ihnen hilft, ohne Ihrem Baby zu schaden. Scheuen Sie sich nicht, alle Fragen zu stellen, die Sie beschäftigen.